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Die Debatte der anderen

21 Mai 2013 by Thomas

Das Umweltbundesamt hat eine 123-seitige Broschüre zum Klimawandel herausgegeben, in dieser Broschüre wird der wissenschaftliche Stand und die Debatte darum dargestellt. Hier soll es mir nicht, um den wissenschaftlichen Stand gehen. Dies können sicherlich andere besser als ich tun. Hier geht es um die Diskussion, die Debatte die viele führen, ob der Klimawandel von Menschen verursacht wird oder nicht.

Unter KlimaforscherInnen scheint diese Debatte klar vorbei zu sein, es gibt nur wenige die der Theorie widersprechen, dass der Klimawandel von Menschen (mit)verursacht wird. Dies hat nicht zuletzt eine Studie von John Cook et. al. (2013) bestätigt, in der wissenschaftliche Artikel darauf untersucht wurden, ob sie die These unterstützen oder nicht. Ergebnis ist, dass 97% der Texte, die sich mit den Ursachen beschäftigten, die These des menschengemachten Klimawandels unterstützten oder bestätigten.

Nun stellt das Umweltbundesamt dennoch eine Debatte dar und vor allem stellt sie die Teilnehmer dieser Debatte vor. Es handelt sich dabei nicht, um Privatpersonen, sondern um Personen oder Organisation des öffentlichen Lebens. Sie gingen in der Vergangenheit von selbst in die Öffentlichkeit, um dieser ihre Meinung mitzuteilen. Das Amt stellt die Meinungen dieser Person in den Zusammenhang was über den Klimawandel bekannt ist, und weist auf Probleme und Unstimmigkeiten hin. Etwas was der Journalist Peter Hadfield auf Youtube seit Jahren tut.

Nun wird das Umweltbundesamt, z.B. von Henryk Broder in der Welt oder Reinhard Schlieker bei heute dafür angegriffen, diese Meinungen zu rezitieren und einzuordnen. Wohl gemerkt, das Amt wurde nicht dafür angegriffen, Zitate zu verfälschen oder zu falsch zu deuten, sondern einzig allein sie zu zitieren.

Für Broder musste es natürlich ein Vergleich mit der politischen Vergangenheit Deutschlands sein. Manchmal habe ich den Eindruck, ihm fallen keine anderen Vergleiche mehr ein aber vielleicht bekomme ich die anderen Artikel gar nicht mehr mit. Jedenfalls vergreift sich Broder hier eindeutig. Es wirkt auf mich, als wenn er den Text des Amts nicht gelesen hätte. Es lohnt fast nicht, Broder überhaupt zu erwähnen, weil er für die Diskussion nichts beiträgt. Sein Absatz über den Klimawandel ist veraltet und spiegelt halt nicht den aktuellen wissenschaftlichen Stand wider.

Schlieker geht einen anderen Weg, er wirft dem Amt vor eine Debatte beenden zu wollen. Ich weiß nicht, wie er darauf kommt oder wieso er es schreibt, vor allem weil Klimawandelskeptiker regelmäßig darüber schreiben und reden, dass die Debatte jetzt beendet sei, wenn irgendwo ein Artikel erscheint, der angeblich den Konsens zum Klimawandel widerspricht. Schlieker wirft dem Amt sogar Rufmord vor. Ich frage mich für was, hat das Amt die Personen falsch zitiert, hat das Amt seine Überzeugung, dass Vahrenholt und sein Co-Autor Sebastian Lüning nicht qualifiziert sind nicht begründet? Gerade dieser Fall legt eine komische Definition von Debatte dar. Denn bei der Veröffentlichung des Buches von Vahrenholt und Lüning haben viele die mangelnde Qualifikation der beiden Autoren kritisiert. Sie wollen Dinge getan haben, für ein Team von KlimaforscherInnen Jahre benötigen würde und auch braucht. Wie das Amt schon schreibt, Klimamodelle sind komplex und aufwändig.

So von einem Rufmord zu sprechen, könnte selbst Rufmord sein, wenn dies bei einer Behörde überhaupt möglich ist. Die Scheindebatte um den Klimawandel wird weitergehen. Wobei das Ergebnis für die Klimawandelskeptiker schon zu 100% feststeht, während die KlimaforscherInnen sich mit einem Konfidenzintervall von unter 95% zufrieden geben müssen.

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1 comment | Categories: Meinung

Der Taubenvergrämer, Twitter und ich

19 April 2013 by Thomas

Ich komme gerade von einer Lesung aus Hamburg wieder. Der Jan-Uwe Fitz hat u.a. wieder von seiner, nach sich selbst benannten, Figur vorgelesen. Viele finden seine Geschichten realitätsfremd oder gar langweilig und nicht das Papier wert auf dem sie gedruckt werden. Ich muss diesen Menschen widersprechen, sehr stark sogar.

Sein erstes Buch „Entschuldigen Sie meine Störung“ beginnt mit einer Reihe von zusammenhangslos wirkenden Kurzgeschichten, die so herrlich überdreht sind, dass mir recht schnell klar wurde, worum es hier geht und auch auch, worum es hier nicht geht. Von einer verfolgten Wanderbaustelle, von einem gestohlenen Balkon, von extrem aufdringlichen Nachbarn oder von Eltern die sich nicht sehnlicher wünschen, dass ihr Sohn ein Versager wird. So sehr diese Geschichten auch fiktiv und halt überdreht sind, so sehr finde ich mich darin wieder. Oder besser gesagt, so sehr habe ich mich in diesen Geschichten wiedergefunden. Denn es sind die Ängste mit denen ich viele Jahre alleine zu Hause saß und nichts damit anzufangen wusste. Und so war das Buch von Fitz für mich auch ein Weg heraus, heraus aus diesen Ängsten. Natürlich geht dies nicht von einem auf das andere Jahr und das Buch kann einem nur eine Tür zeigen. Aber für mich ist diese Tür einer meiner vielen Türen und Wege aus meinem Kokon gewesen.

Heute hat er aus seinem neuen Buch vorgelesen, es heißt „Wenn ich eins kann, dann nichts dafür“ und erscheint am 10. Juni 2013. Dort geht wieder um eine Figur mit dem Namen Jan-Uwe Fitz, natürlich ist auch diese Figur überdreht und so ziemlich surreal, andere (böse) Menschen würde es vielleicht als realitätsfremd bezeichnen. Der Fitz im neuen Buch ist ein selbstständiger Taubenvergrämer und hat so seine Probleme mit den Kunden, und vor allem mit deren Tauben. Er vermeidet Hausbesuche und wenn es denn mal Hausbesuche gibt, dass stellt er fest, dass es gar keine Tauben gibt oder dass er sie lieber füttern als vergrämen möchte. Letztlich setzt er sich in einen taubenfreien Ort in der Schweiz ab. Eigentlich kein gutes Pflaster, um Tauben zu vergrämen. Und doch ein gutes Bild für diese Figur, die vor allem versucht vor allem davon zu laufen und natürlich eingeholt wird. Wie, wenn eine Kriminalkommissarin von Köln in die Eifel zieht und die Mordrate plötzlich steigt, steigt auch die Taubenrate, wenn ein Taubenvergrämer in einen bisher taubenfreien Ort kommt.

So sehr ich mich auch auf das neue Buch von Jan-Uwe Fitz freue und all meine Ersparnisse zum Buchladen tragen werde. So sehr hatte es bereits einen Effekt für mich. Ich bin aus meinem persönlichen Taubenvergrämer/Jan-Uwe Fitz heraus gekommen. Ich verstecke mich nicht mehr in meiner Wohnung, weder vor den Nachbarn, noch vor der Welt. Ich genieße die Lesungen, die meist kleine Twitter-Treffen sind, genauso wie die großen Twitter-Treffen und vor allem genieße ich den direkten Kontakt mit anderen Menschen. Das heißt nicht, dass ich alles überwunden habe, es gibt weiterhin Situationen, in denen ich mich unwohl fühle, wo ich denke, was soll ich hier und was denkt die Person mir gegenüber von mir und ich denke weiter, es wird bestimmt negativ sein. Diese Momente gibt es immer noch aber sie werden weniger. Sie sind nur noch ein kleiner Teil meiner Realität und werden hoffentlich bald auf ein erträgliches Maß reduziert sein.

So gebe ich diesen kleinen 140 Zeichen die ich mir mit anderen Tag für Tag um die Ohren haue eine Mitschuld dafür, dass ich meine Phobien heute bekämpfen kann und hier immer häufiger als Gewinner vom Platz gehe. Mir ist natürlich klar, dass es hier gar nicht, um Twitter geht, es geht um die Menschen denen ich durch Twitter begegnen bin und die ich durch Twitter kennengelernt habe und jene die mich durch Twitter kennengelernt haben.

Diesem Artikel fehlt ein Schluss, das ist Absicht, denn es gibt zum Glück kein Ende.

P.S. Wem das alles zu kitschig oder zu dick aufgetragen ist, gehört nicht zur Zielgruppe dieses Textes. Allen andere Danke ich fürs lesen.

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Was ich dieses Jahr mehr tun will

03 Januar 2013 by Thomas

Sich Vorsätze fürs neue Jahr machen und dann darüber lästern, dass andere ihre eigenen Vorsätze nicht einhalten ist alt. Wahrscheinlich genauso alt, wie die Sitte sich jedes Jahr aufs neue Dinge vorzunehmen, die man dann doch nicht tut. Die meisten Vorsätze scheitern, weil sie anstrengend sind und einem keine Freude bereiten.

Diesem Dilemma will ich dieses Jahr entgehen. Ich präsentiere daher hier bloß eine Liste mit Dingen die ich 2013 mehr tun möchte als 2012. Dieses sind:

  1. Ich will häufiger nach draußen gehen, bei Wind und Wetter.
  2. Ich will mich mehr mit anderen Menschen treffen.
  3. Ich will eine neue Sprache lernen.
  4. Ich will nicht in alte Gewohnheiten zurückfallen.
  5. Ich will eine Arbeit finden.

Wenn ich einen Teil dieser Liste umsetzen kann, wird 2013 ein großartiges Jahr.

Edit: 6. Ich will an meiner Rechtschreibung und Grammatik arbeiten.

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Oberflächige Sprachen

06 Oktober 2012 by Thomas

Zwangsstörungen können ganz schön störend sein, wahrscheinlich heißen sie deshalb auch. Sie stören mich sehr, weil ich deswegen immer noch an die Idee glaube, es müsste so etwas wie eine perfekte Lösung geben. Es geht heute, um ein sehr oberflächiges Thema, nämlich der Sprache von Benutzeroberflächen auf meinen verschiedenen Geräten und Computern.

Seit vielen Jahren benutze ich sie meist auf Englisch. Der Grund liegt darin, dass mich viele Übersetzungsversuche verzweifelt haben. Wenn aus „Download“ plötzlich „Empfangen“ wird oder wenn die Schaltflächen für das deutsche Wort viel zu klein sind. Insgesamt wirkten viele Übersetzung etwas übereifrig oder festgefahren. So übersetzt Apple z.B. „password“ mit „Kennwort“, obwohl hier wahrscheinlich „Passwort“ die bessere Wahl gewesen wäre. Bei anderen Übersetzungen sieht es wieder anders aus. So heißt auf Macs das Menü „File“ meist „Ablage“, und nicht wie auf Windows „Datei“. Das Wort „Ablage“ empfinde ich für den Sinn des Menüs sinnvoller. Und dieses Nachdenken fällt regelmäßig über mich, wenn ich eine deutschsprachige Oberfläche benutze. Ich denke mehr über die Übersetzung des Programms nach, als das Programm tatsächlich zu benutzen.

So bin bei Englisch gelandet. Englisch hat dieses Problem nicht. Hier und da mal ein Rechtschreibfehler, doch es ist die native Sprache der meisten Programme die ich benutze. Und so wirkt auf mich natürlicher. Die Sprache passt sich der Oberfläche meist besser an als eine Übersetzung. Zum Beispiel in den Einstellungen zur Time Machine von OSX gibt es die Schaltfläche „Select Disk …“, auf Deutsch heißt diese „Volumen auswählen …“. Die nun wesentlich breitere Schaltfläche hat kaum noch Platz, Ränder zu anderen Elementen der Einstellungen sind fast völlig verschwunden und es wirklich lieblos zusammengesetzt. Allerdings ist auch Englisch nicht ohne Fehler. So heißt Englisch häufig „Amerikanisches Englisch“ oder „Englisch (USA)“ und das heißt nicht nur, dass „colour“ plötzlich „color“ geschrieben wird, sondern auch, dass statt metrischer Maßeinheiten nun US-Maßeinheiten benutzt werden. Textverarbeitungen wie z.B. Pages nehmen nun für Dokumente Englisch als Standardsprache. Auch bei Google gibt es solche Probleme, die Ergebnisse werden für mich in einigen Fällen weniger relevant, so kann ich zwar nach z.B. „Island“ suchen, doch Informationen bekomme ich zu Inseln allgemein, weil das Land auf Englisch „Iceland“ heißt. Auf der anderen Seite besteht nur bei englischer Benutzeroberfläche der Zugang zu neuen Funktionen wie z.B. dem Google Knowledge Graph.

So gibt es einfach keine, für mich, perfekte Einstellung. Und dies nervt mich manchmal doch sehr. Es gibt ein paar Kompromisse, so kann ich auf andere Einstellungen wie eben Maßeinheiten, Währung oder Uhrzeit seperat einstellen. Doch es fühlt sich unvollständig. Es fühlt sich manchmal sogar falsch an. So wird mich diese Zwangsstörung wohl auch noch in Zukunft stören und ich werde auch weiterhin auf all meinen Geräten die Sprache ändern, nur um zu sehen, ob sich etwas verändert hat.

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Der Abend, an dem ich Amanda Palmer traf

22 August 2012 by Thomas

Es passierte auf einer Lesung von Neil Gaiman zu seinem Buch „The Graveyard Book“, ich wollte auf jeden Fall hin. Die Lesung fand in der Hauptkirche St. Katharinen statt, ein passender Ort für das Buch. Palmer verloste auf ihrem Twitter-Account zwei Tickets für die Lesung und ich hatte Glück, zwar nicht, weil ich die Tickets gewonnen habe, sondern weil die Frau die sie gewonnen hatte, mich angesprochen hat und wir dann gemeinsam hingegangen sind.

Nach der Lesung, bin ich mit meinem großen Beutel von Gaiman-Büchern, noch geblieben. Die Schlange zum signieren war sehr lang. Danach haben meine Begleitung und ich uns bei Amanda Palmer und Neil Gaiman für die Karten bedankt. Amanda und Neil erzählten uns, die Karten wären von einem Pärchen, welches sie in Berlin getroffen haben und leider nicht zur Lesung nach Hamburg kommen konnte.

Amanda wollte dann noch einen Ort zum Essen von uns wissen. Leider konnte ich ihr da gar nicht so richtig weiter helfen, habe aber später erfahren, dass sie im Schanzenviertel etwas gefunden haben.

Sie erzählte uns, am nächsten Abend würde sie ein kleines Konzert im Schanzenviertel geben. Genaues würde sie noch über Twitter bekannt geben. Meine Bremer Begleitung, von der ich leider den Namen vergessen habe, konnte leider aus Unigründen nicht ein weiteres Mal nach Hamburg kommen. Ich habe dann meine gute Bekannte Anna gefragt, ob sie Zeit und Lust hat.

Als Amanda am Samstagabend kam, stand ich draußen, wollte sie begrüßen, sie sagte nur kurz etwas während sie schnell an mir vorbei in die Bar huschte. Wahrscheinlich werde ich diese Aktion, für den Rest meines Lebens falsch verstehen, weil ich Ablehnung meist schneller in etwas hineininterpretiere als etwas anderes, zum Beispiel Eile.

Nach dem Konzert habe ich den Rest des Abends mit Anna und ihren Freunden im Schanzenviertel verbracht, bis mein Zug wieder nach Hause fuhr.

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