bohn-o-mat

Eine endlose Geschichte, die hier erzählt werden soll.

30.01.11 Meine Erfahrungen mit der Frauenquote

In der Karrierebibel von Jochen May habe ich mich zu einer Diskussion um die Frauenquote für Führungskräfte hinreißen lassen.

Die Diskussion dreht sich für mich seit 15 und viele andere seit wahrscheinlich über 20 Jahren um mehr oder weniger die gleichen Punkte. Für die Gegner der Quote ist sie eine Form der Diskriminierung, weil dann Männer ausgeschlossen würden, weil sie Männer sind. Es würde zu mehr Mittelmaß in Unternehmen kommen, weil angeblich Qualifikation und persönliche Eignung nicht mehr die einzigen Kriterien seien und es sei populistisch eine Quote zu fordern, weil sich das Problem durch die demografische Entwicklung verlagern würde. Letzteres Argument von May ist mir jedoch unverständlich geblieben. Meist kommt als drittes Argument, dass durchsetzungsfähige Frauen keine Quote brauchen würden oder dass Frauen an einer solchen Arbeit kein interesse hätten. Wie man aus meiner Zusammenfassung dieser einzelnen Argumente sicherlich lesen kann, stimme ich mit ihnen nicht überein.

Meine Erfahrungen mit der Quote sind nicht immer positiv gewesen. Ich wurde mindestens einmal nicht in ein Amt gewählt, weil ich eben ein Mann bin und die Quote sonst nicht erfüllt worden wäre. Aber ich habe auch begriffen wie fragil das Gebilde sein kann, welches eine Quote erzeugt. So waren bei der Bezirkskonferenz des Juso-Bezirks Hannover, auf der die harte Quote von 50 % und sämtliche Konsequenzen für nicht-quotierte Delegationen abgeschafft wurden, noch weit über 50 % der Delegierten Frauen. Nur ein Jahr später wurde nicht einmal mehr die weiche Quote von 40 % erfüllt. Es bestand nicht mehr die Notwendigkeit für die Unterbezirke Frauen für die Mitarbeit auf der Bezirkskonferenz zu gewinnen. Die Quote war notwendig, damit die Gliederungen überhaupt darüber nachgedacht haben, Frauen für die Arbeit in der Organisation und den Gremien zu begeistern. Aber es war zu diesem Zeitpunkt noch nicht Konsens, dies auch ohne Zwang zu tun. Es wurde noch als ein Übel angesehen, über welches man sich jedes Jahr aufs neue aufregen und diskutieren musste, bis es dann gekippt wurde. So stellt sich die weitere Diskussion über die Quote für mich als ein Indikator dar, dass die Quote weiterhin notwendig ist.

Mir ist klar, dass ich auch in Zukunft an der Quote scheitern kann. Mir ist jedoch genauso klar, dass heute viele hochqualifizierte Frauen an der Karriere scheitern, weil es eben keine Quote gibt. Sie bekommen nicht einmal die Chance, sich in einer bestimmten Position zu beweisen. Für sie ist die so genannte “gläserne Decke” eine bittere Realität.

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25.01.11 Der Sinn von Schule

Heute habe ich in der ARD-Mediathek die Dokumentation Mathe bei Mutti von Rita Knobel-Ulrich gesehen. In dieser Sendung ging es um drei Familien, die sich weigern ihre Kinder auf öffentliche Schulen zu schicken. Zwei christliche Großfamilien und eine alternative Familie.

Die Dokumentation war meiner Meinung nach unkritisch über die Gründe, wieso diese Familien den Besuch einer öffentlichen Schule verweigert haben. Stellenweise wirkte der Film so, als würde die Autorin gerne zeigen wollen: seht her, Unterricht daheim funktioniert. Es wird gezeigt, wie gut die Kinder der beiden christlichen Familien später in Realschule und Berufsschule mithalten können oder dass der älteste Sohn der alternativen Familie Abitur macht.

Nur zwei Mal kommen kritische Töne. So fragt die Dokumentation, als der Vater meint es wären ja seine Kinder und nicht die des Staates, ob Kinder überhaupt jemanden gehören würden und am Ende der Sendung, ob Kinder und Jugendliche die einem solchen Umfeld aufwachsen, überhaupt die Chance auf einen eigenen Weg haben. Leider wurden diese beiden Kritikpunkte überhaupt nicht weiterverfolgt. Die Eltern wurden mit ihnen nicht konfrontiert und auch die Kinder mussten sich damit in der Sendung nicht auseinandersetzen.

Für mich stellt die allgemeine Schulpflicht eine emanzipatorische Errungenschaft für Kinder und Jugendliche dar. Sie ermöglicht es überhaupt eine Welt jenseits der elterlichen Wohnung kennenzulernen. Menschen treffen zu müssen, die aus anderen Zusammenhängen kommen als man selbst. Die Schule ist damit so etwas wie der erste Schritt in ein eigenes Leben, zumindest sollte sie dies meiner Meinung nach sein.

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02.01.11 Erste Kalenderwoche

Morgen beginnt die erste Kalenderwoche 2011. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in dieser Woche etwas gutes passieren muss. Ein Startschuss für 2011 so zu sagen.

Nur ist das überhaupt so? Muss etwas gleich am Anfang passieren, damit es ein gutes Jahr wird? Ist es nicht eher ein Marathonlauf, wo eher der Lauf an sich als der Start zählt und über Erfolg entscheidet. Ich bin mir da sehr unsicher.

Doch das Gefühl, dass in dieser Woche etwas passieren muss werde ich einfach nicht los. Es ist fest in mir drin. Es hat sich festgebissen.

Morgen beginnt die erste Kalenderwoche 2011 und es wird etwas passieren. Mit mir, meinem Leben und meiner Zukunft. Und, ob es gut oder schlecht ist, werde ich wohl erst später wissen.

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