bohn-o-mat

Eine endlose Geschichte, die hier erzählt werden soll.

17.11.11 Emotionen diskutieren gern

Ich diskutiere gerne und auch gern lange. Interessante Diskussionen halten mich wach und ich fühle mich wohl dabei. Vor allem haben Diskussionen und Debatten für mich den Vorteil zwar Ideen in den Raum werfen zu können, doch sich erst einmal nicht um die Umsetzung und die damit verbunden Probleme auseinandersetzen zu müssen. Nicht, dass ich das nicht könnte, doch es ist etwas, was mir nicht ganz geheuer ist. Emotional geht es natürlich auch zu, ich gehöre leider nicht zu jenen Menschen, die ihre Emotionen in einem solchen Moment zurückhalten können, auch wenn es mir unangenehm sein mag sie vor anderen Menschen zu zeigen.

Heute durfte ich die Emotionen von anderen erleben und die sind mir sehr unangenehm, dass ich deren Argument fast im Eiltempo als sinn- und ziellos bezeichne und sie dann einfach ignoriere. Ich war auf einer Diskussionsrunde über die Energiewende nach Fukushima. Auf dem Podium waren Männer von Greenpeace, dem BDEW, dem Wuppertal-Institut und Vattenfall. Alle sprachen sehr ruhig und konzentriert um die gestellten Fragen herum. Hin und wieder blitzte ein Hoffnungsschimmer auf, doch am Ende war ich für mich persönlich kaum einen Schritt weiter gekommen.

Es waren nicht diese Männer auf dem Podium, sondern das Publikum. Allesamt oder zumindest ein Großteil von ihnen waren Aktive und Idealisten_innen, die sich gegen dieses oder jenes Projekt wehren und dieses mit einem starken Willen, der mich an dogmatische Sozialisten_innen erinnert, tun. So war eine Gruppe anwesend, die sich gegen die geplante Fernwärmetrasse vom Kohlekraftwerk Moorburg nach Altona wehren. Viel schlimmer erlebte ich jedoch, wie versucht wurde, die Debatte um den Klimaschutz mit anderen Debatten zu vermischen. Es wurde von moralischen und ethischen Dingen gesprochen und natürlich auch über die Verteilung zwischen Arm und Reich. Natürlich darf die Verteilungsfrage gestellt werden und natürlich kann sie ein Teil dieser Debatte sein aber letztlich ist sie Teil jeder Debatte, die Verteilungsfrage existierte lange vor der Debatte um den Klimawandel und hat mit diesem wenig zu tun. Sie ist meiner Meinung nach eine Scheindebatte, die vom eigentlichen Problem ablenken kann.

Ähnlich verhält es sich um die Debatte über den westlichen Lebensstandard. Er wurde und wird häufig als Ursache für den Klimawandel herangezogen, doch ist dies nur die halbe Wahrheit. Es ist ja nicht, wofür die Energie benutzt, sondern wie sie erzeugt wird was den Klimawandel ausgelöst hat. So ist es eben unsinnig pauschal hohen Energieverbrauch zu bestrafen, wie es in der Diskussion ankling, sondern den Verbrauch bestimmter Energien, z.B. fossiler Energien, zu verteuern, damit hier ein Umdenken einsetzt. Die Nutzung fossiler Energien ist für das Klima problematisch, unabhängig davon, wer sie nutzt.

So gilt für mich, dass der Klimaschutz keine sozialen Probleme wird lösen können. Es zu versuchen, wird den Klimaschutz komplexer machen und es wird schwieriger sein ihn zu implementieren. Und das ohne zu wissen, ob es überhaupt funktioniert oder ob sich nicht soziale und klimapolitische Maßnahmen gegenseitig aufheben und am Ende sogar alles noch viel schlimmer ist als vorher.

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03.06.11 Angst vor der Zukunft (2)

Zurzeit habe ich eine große Angst, was aus mir in der Zukunft wird. Meine Zukunft ist alles andere als klar. Sie ist nicht einmal ein Nebel, sie liegt für mich einfach nur im Dunkeln.

Ich weiß, dies ist für viele Menschen so, doch mich versetzt dieses „Dunkel“ nicht in Freude vor einer neuen Entdeckung, sondern in eine tiefe Angst. Diese Angst sitzt bei mir so tief, dass ich mich kaum traue mich zu bewegen. Stattdessen flüchte ich mich in eine Welt, in der ich diese Probleme nicht habe.

Für mich hängt diese Angst sehr mit meiner Angst aus Teil 1 zusammen, denn ich traue mich ja nicht einmal meine Zukunftsvorstellungen zu äußern, weil ich befürchte nicht ernst genommen zu werden, mir zu hohe Ziele gesetzt zu haben oder was auch immer.

So sitze ich ich hier wie versteinert und habe das Gefühl mich kaum jemanden anvertrauen zu können. Deshalb muss ich es jetzt allen erzählen.

Und falls noch jemand eine Organisation oder Verband im Bereich erneuerbare Energien oder ÖPNV/SPNV kennt die einen Volkswirten suchen, bitte melden!

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23.05.11 Talwärts in die Zukunft

In fast regelmäßigen Abständen bekomme ich das Gefühl, dass mein Leben nur noch Talwärts in ein Tal ohne Sohle verläuft. Das Gefühl, dass mir in Zukunft nichts gelingen wird. In einer solchen Zeit, verbreite ich eine depressive Stimmung in meiner Umwelt und bin bestimmt kein angenehmer Zeitgenosse.

„Das Licht am Ende eines Tunnels, ist meistens nur ein beleuchtetes Schild mit der Aufschrift: KEIN AUSGANG.“

Nur was kann ich überhaupt dagegen tun? Ich fühle mich allein (obwohl ich es nicht bin), ich traue mich nicht Leute anzurufen (obwohl ich es könnte) und ich befürchte Ablehnung von mir selbst.

Ich wünschte ich könnte mich zu etwas mehr Optimismus überreden, zu ein wenig mehr Vertrauen in mich selbst und darin andere von mir zu überzeugen. Nur wie? Wie bekomme ich das bloß hin? Vor allem, wie überwinde ich meine Angst davor?

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18.04.11 Ideologien

Wer von Ideologien spricht meint keine Weltanschauung. Wer von Ideologien spricht meint die Veränderung der Welt oder aus seiner Sicht die Verbesserung der Welt. Ideologien sind meist gut gemeint, sie wollen eine Welt schaffen, in der es wahlweise gerechter oder besser ist als heute. Erste Voraussetzung dafür ist es, zu erklären oder zu sagen was schlecht ist oder nicht gut funktioniert in der aktuellen Welt. Der zweite Schritt ist, dass eine Ideologie beschreiben muss, wie dieses Problem einfach gelöst werden kann. In der Realität scheitert diese Lösung jedoch, sie muss scheitert, weil die Realität sich einfachen Lösungen mit aller Macht widersetzt. Sie liebt die Komplexität und diese lässt sich nur selten vereinfachen.

Doch ist es jetzt falsch einer Ideologie zu folgen, weil sie eh nicht umgesetzt werden kann? Nein, ist es eben nicht. Dies wäre genauso falsch, denn es wäre ebenfalls eine Ideologie keine zu haben, jemand würde sich selbst widersprechen, wenn er behauptet keiner Ideologie zu folgen.

Am Ende sind Ideologien ganzheitliche Visionen über die Zukunft einer Gesellschaft, darüber wie sie in Zukunft sein soll und vor allem wie sie nicht sein soll. Nur sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass wenn eine Ideologie umgesetzt würde, sie sich zwangsläufig in ihr Gegenteil verwandelt.

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02.01.11 Erste Kalenderwoche

Morgen beginnt die erste Kalenderwoche 2011. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass in dieser Woche etwas gutes passieren muss. Ein Startschuss für 2011 so zu sagen.

Nur ist das überhaupt so? Muss etwas gleich am Anfang passieren, damit es ein gutes Jahr wird? Ist es nicht eher ein Marathonlauf, wo eher der Lauf an sich als der Start zählt und über Erfolg entscheidet. Ich bin mir da sehr unsicher.

Doch das Gefühl, dass in dieser Woche etwas passieren muss werde ich einfach nicht los. Es ist fest in mir drin. Es hat sich festgebissen.

Morgen beginnt die erste Kalenderwoche 2011 und es wird etwas passieren. Mit mir, meinem Leben und meiner Zukunft. Und, ob es gut oder schlecht ist, werde ich wohl erst später wissen.

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